Kolloquium des GRADE Center CompuMath 2023

Wandern, Forschen, Lachen

Erfahrungen aus dem CompuMath Kolloquium 2023

Wie bereits im vorigen Jahr 2022 haben wir uns auch wieder 2023 im Rahmen des Doktorandenkolloquiums CompuMath im Haus Bergkranz zum gemeinsamen Vernetzen eingefunden. Das Ziel: Das Vorjahr nicht nur an Dauer, sondern auch an Spaß zu übertrumpfen!

Am Mittwoch, den 11.10.23, ging es morgens um 09:00 Uhr los mit dem Reisebus. Die Fahrt nach Hirschegg, ca. 5 Stunden, haben wir mit gemeinsamen Kennenlernspielen, Black Stories, Snacks (und Schlafen) verbracht.

Nachdem wir angekommen waren, haben wir uns die Beine mit einem kleinen Spaziergang im wunderschönen Alpenort Hirschegg vertreten. Dort haben wir Klettergerüste unsicher gemacht, uns im kalten Bach erfrischt, und sogar mit Hilfe einer Drohne Luftaufnahmen von uns geschossen!

Bereits hier fand ein reger Austausch statt: “Woran arbeitest du?”, “Wie hast du das gemacht?”, “Was hast du noch alles vor?” und viele andere Fragen haben vorbeilaufende Passanten gehört, während wir uns gegenseitig über unsere Forschungsvorhaben und verschiedenen Lebensläufe ausgefragt haben. Dabei sind natürlich nicht nur die “alten Hasen” zu Wort gekommen. Auch diejenigen unter uns, die erst neu dabei waren, haben von Ihren Ideen, ihren Vorstellungen und über Ihre Erwartungen gesprochen und bei den anderen Zuversicht, Ratschläge und Rückhalt gefunden. Den krönenden Abschluss des ersten Abends machte dann ein Spieleabend, bei dem wir uns gegenseitig mit Doppelkopf und Wizard die Punkte streitig gemacht haben.

Eine anspruchsvolle und gleichzeitig lohnenswerte Wanderung zum Gipfelkreuz der Kanzelwand eröffnete das Programm für den Donnerstag. Eine Gruppe wanderte in 3-4 Stunden nach oben, während eine andere die Aussicht in der Kanzelwandbahn genossen hat. Oben angekommen entspannten wir und unterhielten uns vor allem über unseren Arbeitsalltag, Anträge schreiben und Konferenzen.

Vor allem die Mathematikdidaktik Primarstufe hat die schöne Kulisse für ein Gruppenbild genutzt!

Der erste Workshop, durchgeführt von Jessica Hoth, einer Professorin in der Mathematikdidaktik (Bereich Primarstufe), gab uns Einblicke in den Werdegang nach der Promotion. Fragen rund um “Vereinbarkeit von Professur und Familie”, “Tenure Tracks” und “Bewerbungsverfahren” standen hier im Mittelpunkt. Wir alle - ob Lehramt oder nicht - haben viel mitnehmen können und bedanken uns ganz herzlich für die Einblicke! Ein gemeinsames Beisammensein nach dem Abendessen, gefüllt mit Diskussionen über Aussichten nach der Promotion, bildete den Abschluss des zweiten Kolloquiumsabends.

Da wir nun die Seite “Nach der Promotion an die Uni” kennengelernt hatten, folgte ein Einblick in die Welt der freien Wirtschaft durch Iwan Gurjanow, seines Zeichens Senior Software-Entwickler bei einer renommierten Direktbank. Er erzählte uns, wie der Übergang aus der Wissenschaft in die Wirtschaft gelingen kann, welche Hürden er dabei überwinden musste, und wie er mit seinen neuen Herausforderungen umgeht. Auch an ihn einen großen Dank! Zwei weitere Vorträge von Teilnehmenden haben sich daran angeschlossen.

Der Vormittag wurde mit einem Einblick in die aktuelle Forschung rund um Timo’s Dissertation aus dem Bereich der Eingebetteten Systeme geschlossen. Thematisch ging es um künftige Selbst-Heilungs-Eigenschaften von Fahrzeugen. Hier wurde an einem Beispiel aus dem Bereich des KDNA-basiertem (künstliche DNA) Organic Computing (Methoden der Biologie auf klassische Mehrkern-Rechnerhardware) gezeigt, wie künftig Fahrzeuge mit weniger elektronischen Steuergeräten auskommen können und dennoch die vom Gesetzgeber vorgeschriebene dreifach Redundanz für das Autonome Fahren vorhalten können. Dazu wird eine spezielle Organic Computing Middleware (Künstliches Hormonsystem - KHS) genutzt, die Prozesse und Aufgaben in Echtzeit verwaltet. Für den Referenten war das Feedback in Wohnzimmeratmosphäre sehr wertvoll. Wir bedanken und ganz herzlich bei Timo für den spannenden Einblick in die Welt selbstfahrender Autos!

Anschließend stand an diesem Freitagmittag Zeit zur freien Gestaltung zur Verfügung: In Grüppchen sind wir spazieren gegangen, noch mal wandern gewesen, kurz nach Deutschland zurück für eine kalte Erfrischung im Moorbad Oberstdorf, haben Paper zu Ende geschrieben, oder uns gegenseitig bei Fragen beraten, bei denen eine Meinung von außen nötig war. Zusammengefunden haben wir uns dann in einem kleinen Café, wo wir unsere Gespräche bei einem kühlen Getränk vertiefen konnten.

Den thematischen Abschluss bildete ein Vortrag von Caro, die uns einen Einblick in ihr Promotionsvorhaben zum Thema Förderung der professionellen Wahrnehmung von Grundschullehramtsstudierenden im Fach Mathematik gab. Nach einer kurzen Input-Phase durften wir dann auch selbst aktiv werden und haben uns in gemischten Kleingruppen zusammengesetzt, um einen Videoausschnitt aus einem Bearbeitungsprozess von zwei Lernenden der vierten Klasse im Bereich Muster und Strukturen zu analysieren. Durch die unterschiedlichen Perspektiven, die wir mitbringen, war es eine insgesamt sehr aufschlussreiche und interessante Erfahrung und Caro konnte viele gute Anregungen und Ideen mit nach Hause nehmen.

Danach folgte die Feedbackrunde am Samstagvormittag, bei welcher Lara und Tim mit den anderen Ideen, Verbesserungen und Lob gesammelt haben. Auf dem Nachhauseweg waren wir erschöpft vom Programm der Woche - da hat nicht einmal der Raststättenkaffee geholfen.

Durchweg war das Kolloquium ein voller Erfolg. Nicht nur haben wir uns kennengelernt, sondern darüber hinaus wertvolle Einblicke, Ideen und Ratschläge von unterschiedlichster Seite erhalten. Jeder konnte etwas mitnehmen! (mindestens die Teilnahmeurkunde!)

Im Jahr 2024 planen wir weitere Aktionen sowie ein neues Kolloquium, also haltet euer E-Mail-Postfach für Ankündigungen offen! Mitmachen kann jeder!

Wir freuen uns schon auf euch! Wer sich noch ein paar weitere Eindrücke machen will, kann sich gerne hier einen Videoschnitt anschauen.